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gerade in frühen Rezeptionsphasen höhere
visuelle Aufmerksamkeit als Textinformatio-
nen erzeugen, lässt sich besonders gut durch
„Eyetracking“-Analysen veranschaulichen, bei
denen untersucht wird, wohin genau der Blick
eines Menschen beim Betrachten von z.B. Wer-
beplakaten fällt: Häufig betrachten sie erst das
Bild. Die Überschrift ziehen sie erst danach zur
Interpretation heran – oft im Sinne einer Art
Bildbeschriftung. Bilder dienen also oft als Ein-
stieg in die Betrachtung von Werbebotschaften.
Bildelemente werden zudem nicht nur sehr
viel schneller, sondern insgesamt auch deutlich
länger betrachtet als Textelemente. Schließlich
werden Bilder in der Werbung auch weitaus we-
niger selektiv rezipiert als die Textbotschaften
und die Betrachtung an sich wird deutlich sel-
tener abgebrochen. „Photos attract attention“ –
Bildern in der Werbung kommt also häufig eine
den Blick- und damit den Rezeptionsverlauf
steuernde Funktion zu.
Stephanie Geise, Universität Erfurt
&
Wo kann man das nachlesen?
Lachmann, U. (2002). Wahrnehmung und
Gestaltung von Werbung. Hamburg:
Gruner und Jahr.
Kroeber-Riel, W. & Esch, F.-R. (2011). Stra-
tegie und Technik der Werbung. Verhal-
tenswissenschaftliche Ansätze. Stuttgart:
Kohlhammer.
Schierl, T. (2001). Text und Bild in der
Werbung. Bedingungen, Wirkungen und
Anwendungen. Köln: Halem Verlag.
Sex-Appeal und attraktive
Gesichter – vor allem Mund und
Augen – binden schnell die
Aufmerksamkeit von Werbe
betrachtern.