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Während Berichterstattung üblicherweise da-
durch gekennzeichnet ist, dass verschiedene
Ansichten präsentiert werden, ist das bei der
journalistischen Begleitung eines „Skandals“
schwieriger, weil sich viele Facetten so eines
Themas schlecht überprüfen lassen. Ob ein Poli-
tiker aus Gier, Überheblichkeit oder Gedanken-
losigkeit gehandelt hat, können Journalisten
eben in aller Regel nicht beweisen. Debatten
über Fehlleistungen können von Politikern nur
beendet werden, indem sie selbst vollständige
Transparenz herstellen – oder die Bühne ver-
lassen. Vereinfacht dargestellt heißt es dann
oft, die Medien hätten Politiker zum Rücktritt
gezwungen. Dabei haben Medien nur versucht,
für Transparenz zu sorgen. Sie haben also ge-
nau die Funktion übernommen, die ihnen in
unserer modernen Mediengesellschaft zuge-
wiesen wurde – wenngleich auch klar ist, dass
Medien dabei eine besondere Verantwortung
haben und dieser nicht immer vollständig ge-
recht werden.
Zur Aufgabe von Journalisten gehört die kritische Beobachtung der Volksvertreter und Amtsinhaber.
Unangenehme Debatten über Fehlleistungen können Politiker nur selbst beenden, indem sie vollständige
Transparenz herstellen – oder die Bühne verlassen, wie 2012 Ex-Bundespräsident Christian Wulff.
Was leistet die Kommunikations- und Medi-
enwissenschaft zu diesemThema? Sie unter-
sucht, wie Medien und Journalisten arbeiten,
mit welchen sprachlichen Mitteln Sachverhalte
dargestellt werden, wie öffentliche Debatten
verlaufen. Sie leistet damit ihrerseits einen Bei-
trag zur Transparenz, indem sie beobachtet, wie
Medien die Gesellschaft beobachten.
Christof Barth, Universität Trier
&
Wo kann man das nachlesen?
Sarcinelli, U. (2011). Politische Kommuni-
kation in Deutschland. Wiesbaden: VS.
Bucher, H.-J. (1991). Pressekritik und Infor-
mationspolitik. In: Bucher, H.-J. & Straß-
ner, E. (Hrsg.): Mediensprache. Medien-
kommunikation. Medienkritik. Tübingen:
Narr, S. 3-109.